Samstag, 7. November 2009

.nanowrimo 2009- week 1

Seit einer Woche versuche ich über den NaNoWriMo zu bloggen, bekomme es aber einfach nicht hin, denn anscheinend sind alle Worte, die mir zur Verfügung stehen, für mein Projekt "The Key to Hell" reserviert.
Das merkt man besonders, wenn man mit mir spricht, denn klare Sätze kann ich schon seit Anfang der Woche nicht mehr verbal konstruieren. Der NaNo hat mich in seinen Klauen. Selbst wenn ich nicht schreibe, recherchiere ich oder denke zumindest an mein Projekt.
Mein aktueller Wordcount (von gestern Abend) beträgt 35101 und entgegen aller Vermutungen von außen tue ich tatsächlich noch etwas anderes als Schreiben. Ich gehe zur Uni, ich schlafe (trotz einer täglichen beinahe-Koffeinvergiftung), ich treffe Freunde, ich gehe bummeln,...

Ich habe lange überlegt, warum es mir gelungen ist meinen WC so hoch zu puschen, teilweise ohne es zu merken. Hier meine Schlussfolgerungen:

1. Zeit. Davon habe ich, als Studentin mehr, als einige andere. Ich bin im vorletzten Semester und habe lausige 2 Kurse die Woche, während ich mir meine Fotoprojekte frei einteilen kann. Ich lebe alleine und habe keine (anwesende) Familie oder Mitbewohner auf die ich Rücksicht nehmen müsste, und habe diesbezüglich keine Verpflichtungen.

2. WordWars. In der Schreibwerkstatt findet (der vielleicht größte deutsche) WordWar statt, den ich sehr anspornend finde. Außerdem nutze ich Twitter ebenfalls für Mini-WWs. So hat man innerhalb von 15 Min schonmal 600 neue Wörter zusammen.

3. Verbote. Für den November hatte ich mir ein Lese-, TV- und Filmverbot aufgedrückt. Ich gucke zwar nicht viel Fernsehen, aber hey, eine Stunde schreiben statt eine Stunde Simpsons gucken macht schon einen Unterschied. Das Leseverbot fällt mir zwar schwer, aber da man sich leicht in den Seiten eines Buches verlieren kann, muss ich nunmal in den bitteren Apfel beißen.

4. Planung. Dieses Mal hatte ich, bevor ich angefangen habe zu schreiben, tatsächlich einen groben Plan. Nein, ich habe nicht wie manche schon Wochen im Voraus alls ins Detail geplant, aber ich kannte die Story, die ich schreiben wollte, da ich sie bereits für ein anderes Projekt einmal kurz in Stichworte aufgeschrieben hatte. Daher hatte ich keinen solchen Blindstart wie letztes Jahr. Zwar hat sie sich mittlerweile stark verändert und ausgedeht, aber das kann mir nur recht sein, den das bedeutet, dass sie lebendig ist.

5. Kickstart. Die erste Woche des NaNos ist immer die Beste. Alle sind noch motiviert und haben Spaß am Schreiben. Das lässt jedoch erfahrungsgemäß spätestens Anfang der zweiten Woche nach, daher habe ich versucht am Anfang möglichst viele Worte aufzubauen, um ein Polster zu haben, wenn die Motivation mal nicht zu finden ist.

6. 50 000. Das offizielle NaNo Ziel wird mir nicht reichen. Das war mir schon zu beginn klar, daher liegen meine Prioritäten nicht darin die 50K zu schaffen, sondern möglichst die erste Fassung von "The Key to Hell" im November fertig zu kriegen, egal was das wordcounttechnisch heißt. Daher habe ich mir von Anfang an in den Hintern getreten mehr zu schreiben.

7. Der innere Editor. Wer kennt sie nicht? Diese leise Stimme, die sagt "Hey, guck mal, du hast da ein Wort vergessen" oder "Das macht doch alles gar keinen Sinn!". Jeder, der Schreibt kennt sie. Aber November ist der Zeitraum, indem man sie einfach ignorieren muss. Das tue ich, komplett. Ich lasse sie einfach nicht zu Wort kommen und schreibe weiter. Wenn sie die Stimme erheben will, sage ich "Selbst Hemingway sagte, dass die erste Fassung von etwas Scheiße ist, als muss meine erstrecht nicht perfekt sein!" Der Rest war Schweigen.

Allgemein kann man sagen, dass die erste Woche richtig gut lief. Sowohl wordcount- als auch storytechnisch. Ich bin noch motiviert, habe Spaß und brenne darauf zu erfahren was als nächstes geschieht.
Die Szene, die auf mich wartet, ist eine sehr komplizierte Szene, die viel Recherchezeit in Anspruch nehmen wird. Also hinterlasse ich einen Vermerk mit den Worten "Szene Hölle" und schreibe einfach danach weiter. Recherche und Korrekturen sind für Dezember. Ich weiß, dass ich dieses Stück jetzt nicht schreiben kann, also lasse ich es. Ich kann euch nur empfehlen dasselbe zu tun, denn solche Szenen fressen Zeit, die ihr vielleicht nicht habt.
man redet sich gerne ein, dass auch Recherche schreiben ist, aber das Stimmt einfach nicht:

“Planning to write is not writing. Outlining, researching, talking to people about what you're doing, none of that is writing. Writing is writing.”
-E.L. Doctorow

Also los, Geht schreiben. Worauf wartet ihr noch?


You will find the English Version of this Blog here.

Kommentare:

alice hive hat gesagt…

Verdammt gute Tipps!
Die 50k Wörter scheinen mich auch nicht genug zu motivieren. Deswegen hatte ich mir anfangs zum Ziel gesetzt, ein höheres Wortminimum/Tag zu setzen. Das "Problem" ist jetzt, dass ich bereits so viel Wörter habe, dass ich mir zwar sicher bin, das ganze bis 30.November zu schaffen, aber keinen Grund mehr habe, mich besonders anzustrengen. ^^
Deswegen hab ich die letzten Stunden darüber nachgegegrübelt, ob ich mir vielleicht vornehmen soll, bis zum 15.November mit den 50k fertig zu sein. Das würde zumindest verhindern, dass ich motivationsmäßig absacke...

.Rae Grimm hat gesagt…

Danke, freut mich, dass du sie sinnvoll findest :) Ich werde demnächst mal weitere posten, plus einiges mehr, wie auch die Motivationsmail, die ich für den Wordwar in der Schreibwerkstatt geschrieben hab.

& ich weiß SO genau, was du meinst. Seit ich die 50K erreicht habe, ist meine Motivation absulut flöten gegangen. Ich wusste von Anfang an, dass ich es schaffe. Die Frage war nur: Wie schnell? Und da diese nun beantwortet ist, ist die Motivation weg :/
Beendet ist das Ganze aber noch nicht, also trete ich mir weiter in den Hintern. Ich will es schließlich im Nov. fertig schrieben.
Such dir ein Ersatzziel, das motiviert wieder etwas mehr!

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